Alte Bausubstanz gemeinsam schützen
Es klingt verlockend: Überschüssige alte Bausubstanz in der Landwirtschaft, die nach Deckung des bäuerlichen Wohnbedarfs verbleibt, soll mit Hilfe der öffentlichen Hand zwecks Sanierung gesondert gefördert werden. Aber die Mittel sind noch nicht vorhanden.
In den Jahren 2010 und 2011 gibt es für unsere Landwirtschaft um 16 Prozent weniger Mittel aus dem Landeshaushalt. Das ist sehr viel Geld. An allen Ecken und Enden muss gespart werden.
Die Sanierung von unserer alten Bausubstanz, die weder unter die Bestimmungen des Ensembleschutzes noch unter jene des Denkmalschutzes fällt, darf nicht allein auf den Schultern der Bauern lasten. Die Erhaltung der wertvollen Bausubstanz muss die Aufgabe der gesamten Bevölkerung sein. Nicht der Bauer allein sollte die Verantwortung tragen und die Entscheidung treffen müssen, was zu schützen ist und was nicht. Wohl aber sollte von Seiten der Fachleute, also der Architekten, der bäuerlichen Bausubstanz mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.
In der Landwirtschaft wie auch in anderen Bereichen braucht es ein gesundes Gleichgewicht zwischen Altbausanierung und Neubauten. Das Wertvolle, das wir von den Vorfahren ererbt haben, soll gleichwertig neben dem Neuen dastehen können, aber das Neue nicht beschränken.


