Beschlussantrag zum „Erhalt alter Bauernhöfe" fragwürdig
Im Südtiroler Landtag wird heute über eine zusätzliche landesweite Erhebung von erhaltenswerten Bauerhöfen, die noch keine Schutzbindung haben, debattiert. Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer spricht von zusätzlichen bürokratischen Auflagen, welche auf die Besitzer alter Höfe zukommen.
Südtirols Kulturlandschaft ist ein Paradebeispiel für die Erhaltung alter Bauernhöfe.
Bereits jetzt stehen rund 1.500 Höfe in Südtirol unter Denkmalschutz und viele weitere Höfe und Weiler unter Ensembleschutz. Das reicht aber anscheinend immer noch nicht und durch eine neue Bestandsaufnahme all jener Höfe, die nicht unter Denkmalschutz stehen, soll der Erhalt alter Bauernhöfe ausgeweitet werden.
Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer spricht sich für den Schutz alter Hofgebäude aus. Sie bemängelt aber die vorgeschlagenen Maßnahmen ihrer Kollegen und erinnert an die tiefe bäuerliche Verwurzelung zum Heimathof, die Jahrhunderte lang von Generation an Generation weitergegeben worden und Garant für die notwendige Sensibilität ist.
Eine landesweite Erhebung von erhaltenswerten Bauernhöfen kommt dem Überstülpen einer Käseglocke gleich. Wegen einzelner Fehlentwicklungen in der Vergangenheit müssten nun tausende Bauernhöfe und deren Familien bei Sanierung oder Umbau mit noch mehr Mitspracherecht von Unbeteiligten rechnen.
„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Auflagen und Verboten die Sensibilität für Baukultur nicht fördern, sondern nur durch mehr Eigenverantwortung und größere Spielräume beim Aus- oder Umbau", erklärt die Abgeordnete, „Besitzer alter Gebäude müssen konkret unterstützt werden. Beispielsweise tragen der Einbau einer Heizung oder die Vergrößerung einzelner Fenster maßgeblich zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität bei."


