Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer mahnt: drei Studien fordern kritische Betrachtungen
Zum ersten Mal in Südtirol sind fast zeitgleich drei für die Landwirtschaft wichtige Studien erschienen: Die Landwirtschaftszählung 2010, die Bauernbund-Sozialstudie 2010 und die vom Astat durchgeführte Armutsstudie 2008-09. Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer zieht kritisch Bilanz.
Unsere Höfe und somit unsere Dörfer sind in Gefahr. Zum einen belegen die Studien, dass 17% der Familien mit zwei Kindern und fast 35% mit drei und mehr Kindern armutsgefährdet sind. Und zum anderen: Wie sollen junge Leute am Hof eine Existenz gründen und eine Familie ernähren können, wenn der Betriebsinhaber durchschnittlich 50 Jahre alt ist?", so die Landtagsabgeordnete Kuenzer kritisch. Durch finanzielle Unsicherheiten im Alter, niedrige bzw. schrumpfende Renten und Übergang vom lohn- zum beitragsbezogenen Rentensystem übergeben viele Bauern erst sehr spät den Hof, was für die Zukunft der jungen Leute am Hof fatale Folgen hat.
Durch gesellschaftliche Veränderungen müssen wir zusätzliche Wege einschlagen, wenn die Landwirtschaft auch in Zukunft die Basis eines jeden Dorfes und somit eine tragende Säule Südtirols bleiben soll", so die L.Abg. Maria Hochgruber Kuenzer aus den Studien zitierend. In den vergangenen zehn Jahren haben 12,7% (fast 3000) landwirtschaftliche Betriebe ihre Tätigkeit eingestellt. Davon betroffen sind vor allem Kleinbetriebe mit Rinderhaltung in den Tälern, mit steigender Tendenz, wenn die Politik nicht auf die neuen Herausforderungen handelt, ist Kuenzer überzeugt. In 25 Randgemeinden des Landes, im Vinschgau, Deutsch-Nonsberg, Hochpustertal und in den ladinischen Tälern gehen die Bevölkerungszahlen zurück. Gründe hierfür sind Abwanderung und zum Teil auch negative Geburtenbilanzen.
Die bestehende Landwirtschaftspolitik leistet viel für unsere Bauern und Bäuerinnen. Doch die aktuellen Studien zeigen klar auf, dass neue Lösungsansätze erarbeitet werden müssen, damit der ländliche Raum für junge Familien mit Kindern attraktiv bleibt und den Älteren ein würdiges Altern mit einer angemessenen sozialen Absicherung gewährt.


