Die Entscheidung „für Familie" ist ein finanzielles Risiko
Anlässlich der Präsentation der Studie "Armut und finanzielle Benachteiligung in Südtirol 2008-2009" am 15. Juni fordert Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer dringend die Behandlung ihres Beschlussantrages „drei Jahre Rentenabsicherung für Frauen welche ihr Kind zu Hause erziehen".
Bereits 53% der Haushalte sind 2008 kinderlos. Diese Tendenz ist zunehmend. Im Vergleich zu 1997 haben Paare ohne Kinder um 24,7% zugenommen, jene mit Kindern um 8,1% abgenommen (astat: Einkommen, Vermögen und Lebensbedingungen der Haushalte in Südtirol 2008-09, Schriftenreihe 164, S. 10). Auch die zunehmende Verarmung der Südtiroler Bevölkerung (16% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, weitere 17,9% der Haushalte sind armutsgefährdet) sind Indizien für familien- und frauenfeindliche Lebensbedingungen. "Je mehr Kinder ich habe oder wenn ich alleinerziehend bin, desto armutsgefährdeter bin ich", so die Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer. Ein Viertel der Haushalte schafft es kaum, mit dem verfügbaren Einkommen bis ans Ende des Monats zu kommen. Unvorhergesehene Ausgaben in der Höhe von 750 € kann sich 1/5 der Haushalte laut astat nicht leisten. Ebenso war es im Jahr 2008, 45,2% der Südtiroler Haushalte nicht möglich, Geld zurücklegen. Verschuldungen und Ratenkäufe nehmen mit der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder zu. „Meine Anliegen sind die Anliegen der Familien; es kann nicht sein, dass ich heutzutage mehrfach bestraft werde, wenn ich Kinder habe, welche morgen für meine Rentenabsicherung sorgen", meint Maria Hochgruber Kuenzer weiter. Deshalb müssen in der Familien- und Frauenpolitik die Rahmenbedingungen dringend verbessert werden. In einem Beschlussantrag an den Landtag fordert sie pro Kind eine dreijährige Anerkennung der Rente im privaten Sektor. Davon profitiert die Gesellschaft nachhaltig, die Familien würden heute gestärkt und gefördert, denn ein durchgängiges Rentensystem für Frauen verhindert die Altersarmut von morgen.


