Sparen darf nicht zum Schnellschuss werden
Die Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer fürchtet, dass der Sanitätsbereich zu den größten Opfern des notwendigen Sparkurses gehören wird und warnt vor einseitigen Sparmaßnahmen auf Kosten der Bevölkerung.
Einsparungen sind notwendig. Daran führt kein Weg vorbei. Der Landeshaushalt von etwa 5,2 Milliarden Euro wird deshalb derzeit nach Einsparungsmöglichkeiten durchforstet. Ungefähr 1,3 Milliarden Euro davon wurden bis dato in den Sanitätsbereich investiert. Weil dies eine stattliche Summe ist, wird der Betrieb der sieben Landeskrankenhäuser in Frage gestellt. Durch den Zusammenschluss einzelner Abteilungen versucht man im Sinne der Effizienz einzusparen. Die Qualität der Versorgung leidet dadurch angeblich nicht.
„Heilungsprozesse hängen von vielen Faktoren ab und die Qualität der Versorgung ist dafür ausschlaggebend. Beispielsweise spielt für einen Krebspatienten aus Innichen die Möglichkeit einer Therapie vor Ort eine große Rolle. Zusätzliche Belastungen, wie Reisesstrapazen sind dadurch glücklicherweise nicht gegeben", erklärt die Abgeordnete.
Wenn nun die Qualität aber doch dank der Effizienz gemindert wird, dann hat das neben gesundheitlichen, auch viele schwerwiegende persönliche und existenzielle Folgen für die Bevölkerung. Denn durch die Zentralisierung sind viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum in Gefahr.
Einsparungen müssen gut durchdacht sein. Im Jahr 2009 hat Südtirol durch die Abschaffung der IRAP-Zahlungen der Wirtschaft ein Geschenk gemacht und somit Mindereinnahmen von über 40 Millionen Euro in Kauf genommen. Nun ist es aber an der Zeit Gewerkschaften, Wirtschaftsvertreter, Sozialverbände, Bildungs- und Kulturausschüsse an einen Tisch zu holen und die nächsten Schritte gemeinsam zu planen.
„Damit der Sparkurs von allen Gesellschaftsschichten mitgetragen wird, müssen auch alle mitreden dürfen. Es kann nicht sein, dass nur jene, welche lauter schreien, mehr vom Kuchen abbekommen und bestimmen", fordert Maria Hochgruber Kuenzer.


